Toni Schumacher im Deutschen Fußballmuseum.

Das Publikum lauscht spannenden Anekdoten.

Signierstunde: Die Torwart-Legende schreibt Autogramme.

07.07.2017

„Lieber ein Knick in der Karriere als im Rückgrat“

Torwart-Legende Toni Schumacher stellt sein neues Buch „Einwurf“ vor und spricht im Deutschen Fußballmuseum über Rauswürfe, Erlebnisse abseits des Geißbockheims und seine einzig wahre Liebe.

#bild#Der zweimalige Vizeweltmeister und heutige Vizepräsident des 1. FC Köln hat exakt 30 Jahre nach den skandalumwitterten Enthüllungen über den deutschen Fußball in seinem Bestseller „Anpfiff“ ein neues Werk geschrieben. „Einwurf“ kommt deutlich leiser daher, ist aber nicht minder spannend. Toni Schumacher erzählt, wie sich sein Leben nach der Veröffentlichung 1987 und den damit verbundenen Rauswürfen beim 1. FC Köln und aus der Nationalmannschaft veränderte und was es persönlich für ihn bedeutete, diesen schwierigen Weg zu gehen.

„Wäre ich nicht rausgeworfen worden, wäre ich mein Leben lang beim 1. FC Köln geblieben.“ Da ist sich das Kölner Urgestein sicher. Dann spricht er von seinen Stationen auf Schalke, in der Türkei, bei Bayern München und schließlich bei Borussia Dortmund. Und das Publikum spürt bei seinen Sätzen, was die Torwart-Legende selber längst erkannt hat: „Selten hat ein Rauswurf so gut getan – im Nachhinein betrachtet.“

#bild#Denn viele Anekdoten, die Schumacher an diesem Abend im voll besetzten N11 Restaurant des Deutschen Fußballmuseums zum Besten gibt, ereigneten sich nach seinem unfreiwilligen Abgang aus der Domstadt. Ein geplatzter Wechsel nach Frankreich („Die Franzosen kamen halt zwei Stunden zu spät, da hatte ich schon Schalke zugesagt“). Seine Saison auf Schalke, in der er ungewöhnlich viele Gegentreffer hinnehmen musste und am Ende abstieg. Die Zeit bei Fenerbahce Istanbul, wo er schnell Publikumsliebling wurde („Die Türkei ist ein wunderbares Land. Vielleicht schafft der Fußball ja noch, was die Politik nicht vermag“). Und wie er nach seinem Engagement bei Bayern München – und nach seinem eigentlichen Karriereende als Aktiver – mit dem BVB 1996 zum zweiten Mal Meister wurde, weil Ottmar Hitzfeld ihn im letzten Spiel noch einmal einwechselte.

Viel erlebt! Ob er heute noch mal gern Profi wäre? „Einerseits ja. Ich vermisse das Spielen, die Fans, den Jubel. Und ich wäre unheimlich gern als Aktiver bei all den Entwicklungen zu Ernährungslehre, neuen Trainingsformaten und psychologischer Mannschaftsführung dabei gewesen. Andererseits sind wir damals nach den Bundesligaspielen noch im Trainingsanzug in die Disco gegangen und haben die Nacht durchgetanzt. Das können die Jungs doch heutzutage gar nicht mehr, weil alles sofort im Internet landet.“ Spielen – aufgrund vieler Verletzungen und daraus resultierender Schmerzen wäre das sowieso nicht mehr möglich. Zum Glück ist er dem Fußball aber erhalten geblieben.

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Längst ist Toni Schumacher zu seiner einzig wahren Liebe, dem 1. FC Köln, zurückgekehrt. Als Vizepräsident freut er sich über die tolle Entwicklung der Mannschaft und auf die neue Saison, in der die Kölner nach langer Abwesenheit wieder im Europapokal zu sehen sein werden. „Das ist vor allem für die Fans großartig.“ Und sein strahlendes Lachen verrät, dass er selbst immer noch der größte Anhänger seines Vereins ist.

Lustige Anekdoten und viele nachdenkliche Zwischentöne über den heutigen Fußball und den hohen Druck im Leistungssport - zwei unterhaltsame Stunden für die Gäste im Deutschen Fußballmuseum.

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