Talk über britische Fankultur.

Das Publikum diskutierte mit.

Podiumsgäste im Deutschen Fußballmuseum.

27.09.2016

„Cool Britannia“ im Fußballmuseum

Parallel zu seiner aktuellen Sonderausstellung „50 Jahre Wembley – Der Mythos in Momentaufnahmen“ stand auch das Kultur- und Veranstaltungsprogramm ANSTOSS des deutschen Fußballmuseums in den vergangenen Monaten ganz im Zeichen des englischen Fußballs.

#bild# Zum Abschluss des aktuellen Quartals hatte das Museum am 26. September hochkarätige Gäste aus dem Mutterland des Fußballs eingeladen. In einer weiteren Auflage von „kicker im Dialog“, der gemeinsamen Veranstaltungsreihe mit dem kicker Sportmagazin, diskutierte des Chefredakteur des Blattes Jörg Jakob mit dem Journalisten Lance Hardy, dem Mitgründer des FC United of Manchester Andy Walsh, dem Sportfotografen Stuart Roy Clarke und dem deutschen Bestseller-Autor Ronald Reng, der mehrere Jahre in England gelebt hat. Unter den Teilnehmern und den gut 40 Besuchern entwickelte sich eine sehr lebhafte und intensive Diskussion, die vor den Gefahren der rasch zunehmenden einseitigen Ökonomisierung des Fußballs warnte.

#bild#Dabei wiesen die Gäste aus England auf die Gefahren dieser Entwicklungen hin, die in ihrem Land bereits deutlich spürbar sind: Eintrittskarten für Spiele der Premier League seien für einfache Fans aus der Arbeiterschicht nicht mehr bezahlbar, traditionelle Werte wie Loyalität und Fankultur spielten in den kommerziellen Überlegungen der Profiklubs faktisch keine Rolle mehr. Vor allem Andy Walsh, der im Jahr 2005 aus Enttäuschung über die Übernahme seines Teams Manchester United durch einen US-Milliardär den Klub „FC United of Manchester“ gründete, mahnte seine deutschen Zuhörer in einem eindringlichen Appell, eine ähnliche Entwicklung im deutschen Fußball nicht zuzulassen: „Ihr habt es in der Hand, den Fußball in Deutschland weiterhin so lebendig und vielfältig zu halten“. Autor Ronald Reng, der die Fankulturen beider Länder aus eigener Anschauung kennt, wagte in dieser Hinsicht eine durchaus optimistische Prognose: Trotz des zunehmenden Konkurrenzdruckes, dem auch die Bundesliga-Klubs im europäischen Wettbewerb ausgesetzt sind, sei die Fanszene in Deutschland viel besser organisiert und hätte mehr Einfluss auf die Entscheidungsträger. Auch Überlegungen nach einer sogenannten „Super-Liga“ unter den besten Teams Europas erteilten alle Gesprächspartner eine klare Absage: Eine solche Liga würde die bestehenden Unterschiede innerhalb des Klubfußballs nur endgültig zementieren und wäre überdies für die traditionellen Fans meist weniger attraktiv. Mit der Veranstaltung „Cool Britannia“ endet der England-Schwerpunkt im ANSTOSS-Programm. Im kommenden Quartal stehen die Verbindungen zwischen Fußball und Literatur im Mittelpunkt des Veranstaltungsprogrammes.

 

 

 

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